Polemisch-demagogisch-subversiv-sarkastisches Traktat

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Offensichtliche Verblendung

Nicht nur in der Frage von Krieg und Frieden versuchen sich die Schreiberlinge als willige Büttel der Regierenden immer neu zu gerieren. Ebenso im Bezug in der Frage des sozialen Friedens wird mit Halbwahrheiten, Lügen und auch Auslassungen ständig neu an den mit Verstand, Gefühl, Blut und Schweiß erkämpften sozialen Errungenschaften im Bewusstseins der Menschen herumgedoktert; das Sozialwesen immer mehr  als rückständig betitelt und zurückgedrängt. Dafür benötigen die Marktschreier einen egozentrischen pseudoelitären neoliberalen, menschenverachtenden  Intellekt, welcher vom Glauben der Zugehörigkeit zu einer bessergestellten Kaste rührt, die am Hofe des gedachten selbstgemachten Kaisers nun nach Jahren der Anpassung und Neujustierung nicht mehr am Katzentisch denn an der Tafel der Schönen, Reichen, Mächtigen mit zu Speisen gedenken. Aus der vormals abwertend betitelten Presse wurde der hofberichterstattende Journalismus mit all seinen Spielarten. Bei Themen wie anstehende angebliche Vollbeschäftigung, Gewerkschaftshandeln, der wohlwollende in Kauf genommenen Ungleichheit von Nord/Süd, Ost/West, Frau/Mann, Privatisierung von Gemein-/Staatseigentum (Wasser, Strom, …), Schwarze Null, Werksvertrag/Leihvertrag/Arbeitsvertrag, Demonstrationen, Hartz IV, Riester, Infrastruktur, Lebens-/Pflege-/Sterbegeld-Versicherungen brillieren die Fachabteilungen in den Redaktionen mit stromlinienförmigen Ansätzen und Gleichschreiberei, anstatt ihres eigenen Standes im sozialen Periodensystem respektive Gesellschaftssystem bewusst zu werden und diesen richtig zu verorten. Anstatt mit ihren Lesern und Zuschauern zu sympathisieren und sinnvoll in die Debatte einzugreifen, werden Sandburgen und Luftschlösser über zukünftige Erfolge der Einsparungsmaßnahmen phantasiert. Kurzgefasste verzerrende Berichte und alibikritische Berichterstattung zu diesen Themen anstatt an geeigneter Stelle unnachgiebig anzufragen und zu sticheln, um ein Umdenken anzustoßen, stellen keine Entlastung als viel mehr Belastung und Verschleierung dar. Halbherzigkeit steht der Halbwahrheit in nichts nach und wird in der Berichterstatter-Gemeinschaft mit faktischer Blind- und Taubheit gelebt.

Der Glaube an die selbstherrliche Unverletzlichkeit, dass der gesellschaftliche Kahlschlag ob ihrer vermeintlichen Stellung hier nicht wirksam werden wird, täuscht die Redakteure, Reporter und Publizisten darüber hinweg, dass bereits in den eigenen Reihen Lebenlangspraktikanten und Dauervolontäre mit dementsprechender Entlohnung, am Rande des persönlichen finanziellen Ruins, ihren Dienst tun. Und das nur, damit überhaupt noch ein tragbares Gerüst für Verlage und Herausgeber, besser den Kapital- und Auftragsgebern zu bilden. Zugleich trötet der Pressestand ungeprüft von zukünftiger Vollbeschäftigung, anstatt die schöngerechneten Zahlen tiefer zu hinterfragen und die Schönfärberei nachhaltig offenzulegen und damit den Volksvertretern immer wieder ihre Grenzen aufzeigen, als das was es ist: Traumtänzerei in einer arbeitsteiligen Welt der Globalisierung und Vollautomatisierung.

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Sukzessive Zurückhaltung

In der großen Maschine der Volkswirtschaft laufen winzige Zahnrädchen still und leise vor sich hin. Doch nie von selbst, denn in jeden hetzt sich ein kleiner Hamster die Lunge aus dem Leib um die größeren darüber befindlichen Räder weiter anzutreiben, da diese nur all zu oft produktiv untätig vor sich hin existieren und deren Bewohner lieber adelige oder akademische Titel und Geld arbeiten lassen, anstatt sich wirklich erwirtschaftend zu beteiligen. Geld macht nur eben von selbst auch nichts – Geld arbeitet nicht. Die Rendite muss von unten nach oben malocht werden – so „arbeitet Geld“: Indem Produktionsfortschritt stattfindet und/oder Menschen für dieses Geld Leistungen erbringen, die demensprechend schlechter entlohnt werden, desto höher die Rendite erwartet wird. Nur sind sich die kleinen Nager in ihren Rädern wegen der potemkinschen Großartigkeit der Maschine, der Angst am abrutschenden Hang der sozialen Ausgrenzung verschütt zu gehen und auch der ständigen medialen Verneblungstaktik gar nicht bewusst, was da an ihrem täglichen Lauf den Nutzen darstellt oder wie sie auch anderweitig den Laden zusammenhalten. Vorenthalten wird den Menschen der Fakt, dass ohne sie Alles Nichts darstellt und sie demensprechend das Sagen in der Geschichte haben sollten. Was sie aber im 4-Jahrestakt an Stellvertreter abgeben dürfen und dann mehr hilflos als angetan mit verfolgen, was in ihrem Namen mit ihrem Geld gemacht wird. Und während sich der Staat flankiert von der Presse aus dem gemeinschaftlichen Aufgaben und Pflege der Anliegen seiner 4-Jahres-Auftraggeber immer weiter zurückzieht, werden karitative, gemeinnützige und vereinstechnische Einrichtungen immer wichtiger, um die weitere Erosion des sozialen Kits zu verhindern. Durch Wegsehen der Schreiberlinge in Fragen der Lohnstagnation, welche immer zugleich auch eine Rentenkürzung bedeutet, der haarsträubenden Lebensumstände von zig Millionen Menschen im Herzen Europas und des Auskühlens des menschlichen Miteinanders begünstigen diese die negativen Entwicklungen nachhaltig – zum Wohle … – zum Wohle wessen eigentlich? Einem notgedrungenen daraus folgenden Konsumverzicht der schlecht entlohnten Malocher wurde jahrelang mit einer Flut an Krediten, gerne auch zur Nulleuro-Finanzierung, entgegengewirkt. Ähnlich agierende europäische andere Volkswirtschaften raffte dieser Glaube an Kredit schon nachhaltig hinweg.  Es hilft auch nicht darüber zu berichten, zu was eine Klemme in Finanz als Wirtschaft im Binnenkonsum führt – wenn nicht aktiv die Löhne und Gehälter mit nach oben geschrieben werden. Doch hierin liegt eine Lösung um Gehör zu bekommen und den schon angelaufenen Mechanismus zu beschleunigen: Selbstverordneter Konsumverzicht stellt eine Form von zivilem Ungehorsam dar. Die Weisen der Presse, Wirtschaft und Politik können schon gerne die Pferde zur Tränke schleppen, aber trinken müssen wir deswegen noch lange nicht. Da wieder einmal die Journalisten keinen Stich machen wollen und wenn in diesem System nur Geld zählt, stellt dies auch die geeignete Antwort dar, um den Sumpf des nicht auch zuletzt asozialen sozialen Missmanagements auszutrocknen. Womit auch die Sinnhaftigkeit von freiwilliger Dienstübernahme in Vereinen und Organisationen obsolet wird, wenn Veränderungen erwünscht sind und die Rücknahme des Staates aus seinen Zuständigkeiten für seine eigene Bevölkerung gestoppt werden soll. Einem persönlichen Engagement steht nicht sicher nichts entgegen, nur sollte dies nicht statistisch messbar sein und den Sozialstaat damit eine argumentative Grundlage bieten, sich weiter den sukzessiven Rückzug schönschreiben zu lassen. Glauben machend, dass sich die Menschen selbst, dem auskühlenden Sozialstaat mit Eigeninitiative durch gelebten Gemeinschaftssinn unter pseudostaatlicher Obhut entgegenzustellen hätten, hofft der Schreibüttel dem Herren damit noch einen weiteren Gefallen zu tun. Der Druck im Kessel steigt, was sich nun auch in verschiedensten angeblich plötzlich auftretenden Kommentar-, Diskussions- als auch Demonstrationsrunden manifestiert. Die Frage nach den Hintergründen wird lieber nicht ernsthaft gestellt und sich sogleich mit den Auswirkungen auf Ruf und Ansichten beschränkt, immer neue, nach Möglichkeit, personenbezogene Diffamierungskampagnen gestartet, in der Hoffnung durch dieses antrainierte Verhalten ein Verschwinden dieser vermeintlich aus dem nichts entstandenen, fremdgesteuerten und unbegründete Bewegungen einfach wegzukritzeln.

Auch zeigt sich immer mehr die fehlende Professionalität im Umgang mit der selbst verursachten Journalismus -Kritik, den erhaltenen harschen Widerworten und der verständlichen Wut der Menschen, die diesen Umstand in dem halbautomatischen Schreibhallen nicht weiter hinnehmen wollen. Mag es bei der Presse noch durch die eigene vernebelte Weltsicht Unverständnis, Belächeln und vorgeschobenes Schubladendenken auslösen, so wird der gesunde zielgerichtete Zorn der Menschen, wenn sie denn Aufklärung der Seilschaften und Hintergründe erfahren, zur Furcht für die selbsternannte Berichterstatterkaste.

Brötchengeber – der Souverän – ist das Volk, von dessen Arbeit, Handeln, Denken und Wohlwollen die Existenz der anderen Gewalten und deren Teilung abhängt – von nichts anderem – und diese Menschen bieten momentan noch die Chance, dass die Journalisten sich wieder, nach Eingeständnis, Abbitte und Besserung in den Schoss der betroffenen Gemeinschaft zurückbegeben. Ob das immer so bleiben wird, darf bezweifelt werden, ob der sich steigernden Intensität der Zornesfärbung bei Lesern und Zuschauern und den daraus entstehenden Folgen.

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Geliehenes Leben

Anstatt die Nähe sogenannter Nicht-Regierungs-Organisationen, agierend im Schatten von Gesetzten und Regierungen, zur Macht und deren hanebüchenen Ratschläge in das rechte Licht zu rücken, finden diese wohlfeil unreflektiert Einzug in die Gazetten, denn es gilt die Wagenburg des elfenbeinernen Systemturms zu schützen. Wo Kritik an privatwirtschaftlichen egozentrischen Beratern, gezahlt aus dem vom Volk finanzierten Etat, zu Gesetzentwürfen über deren eigenes Geschäftsfeld versandet, haben sich die skrupellosen Worthülsenproduzenten überlebt. Wenn auf verhallte Mahnungen zum Drehtüreffekt keine stärkeren Argumente und größeren Überschriften folgen, wirft dies ein Schlaglicht auf die Branche, die schnell zur Schlagseite führen kann und dies bereits hat. Damit negieren sie kurzsichtig selbstschuldnerisch die Abhängigkeit vom durch sie beschimpften und verunglimpften Souverän.  Sie verwirken jedwede Legitimation und adeln damit den Chor der ehemaligen Underdogs, die Zweifler und Kritiker; verleihen ihm endgültig eine Daseinsberechtigung, nicht als Regular sondern als Opposition. Die Außer Journalistische Opposition – AJO.  So stellen bislang nach Willen der Lohnschreiber auferlegte indoktrinierte Denkverbote fern der Pflichtgedankenautobahnen allesamt Irrwege dar, deklariert als extremistische Ansichten jeglicher Couleur. In der freisten aller vorgegaukelten Möglichkeiten wird selbst das Leben noch vermarktet und die schwellende humanitäre Katastrophe im Sozialen als auch Metaphorischen in der eigenen Einflusssphäre übergangen. Leben wird mittlerweile vorfinanziert – und damit schlicht geliehen; geborgt. Nachhaltiges, sparsames und überlegtes Wirtschaften stellt eine Gefahr für das gesamte alleinig auf krankem Wachstum basierende Konstrukt dar. Was ein Leihen aus der Zukunft befeuert, welche damit natürlich nicht mehr stattfinden kann. Kritik daran erzeugt lediglich Diffamierung im vermeintlich freiheitlich öffentlichen medialen Raum – autonomes Denken, gar Handeln, unerwünscht.

Haus, Auto, Computer, Fernsehgerät: Annähernd flächendeckend Null-Prozent Finanzierung, nun halt – doch eher Ratenzahlung, monatliche Gebühren um die Massen schön an der Stange und die Laufräder am Rotieren zu halten, die Umverteilung fortzuführen und die Menschen zu verführen für Klimbim, Buntistrahli und Glitzerglitzer immer weiter in den eigenen Abgrund zu konsumieren. Das Leben, oder das was dafür gehalten wird, wird gemietet, abbezahlt, abgestottert und fremdversilbert. Zum Gipfel landen die selbst generierten Vitaldaten noch im Netz der Netze um zuletzt zur Selbstvermarktung zu dienen, was zwar Beanstandung, aber keinen medialen Entrüstungssturm hervorruft, was nach der weichgespülten NSA-Debatte in den Medien kaum verwundern mag. Gebühren um zu leben – bis hin zu einer CO2-Abgabe der Industrie, die über Umlage und Produkt wieder vom Endkonsumenten bezahlt wird – bezahlen für mehr Sauerstoff im Lebenselixiers Luft – um weiter Atmen zu dürfen, denn es ist einfacher den Service annehmen, als gegen den zähen dunklen Fluss zu schwimmen und über das zu berichten was Medien nicht zuletzt im eigene Interesse bewegen sollte, anstatt Gedankenfallen zu generieren.

Die schlimmste Art der Sklaverei lässt sich daran erkennen, dass der Sklave sich mehr vor seinen eigenen Gedanken und Erkenntnissen fürchtet, als vor seinem Herren.

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Bedankt!

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Nein zum Sozialkahlschlag – ein JA dem Miteinander und Menschen!

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